Energiewende als Chance für unsere Gemeinde

Dinkelscherben ist eine große Flächengemeinde. Das bringt besondere Herausforderungen mit sich: lange Straßen, hohe Unterhaltskosten für Infrastruktur und gleichzeitig der Anspruch, wichtige freiwillige Leistungen wie unser Freibad, Vereine oder kulturelle Angebote dauerhaft zu sichern. Genau hier setzt die Energiewende an – nicht als ideologisches Projekt, sondern als wirtschaftliche, sicherheitspolitische und kommunale Chance, die wir aktiv nutzen wollen.

Energiewende ist marktwirtschaftlich sinnvoll

Erneuerbare Energien sind längst die kostengünstigsten Energieträger. Studien des Fraunhofer-Instituts zeigen deutlich:

  • Photovoltaik-Freiflächenanlagen: ca. 7 Cent/kWh
  • Windenergie: ca. 9 Cent/kWh
  • Kohlekraft: ca. 14–30 Cent/kWh
  • Kernenergie: ca. 12–50 Cent/kWh

Der Markt hat sich also längst entschieden. Weltweit zeigt sich das auch an den enormen Wachstumsraten:

  • Photovoltaik hat sich innerhalb von 5 Jahren verdoppelt
  • Windkraft wächst stark weiter
  • Batteriespeicher haben sich innerhalb von 3 Jahren vervierfacht

Diese Entwicklung ist nicht umkehrbar – sie wird auch in Deutschland weitergehen, weil sie wirtschaftlich sinnvoll ist.

Energiewende stärkt Sicherheit und schützt das Klima

Die Energiewende ist auch sicherheitspolitisch notwendig. Sie reduziert Abhängigkeiten von fossilen Energieimporten, etwa aus Russland, und macht uns unabhängiger von internationalen Krisen. Gleichzeitig leistet sie einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz – für uns, aber auch für kommende Generationen.

Unsere Haltung als Gemeinde: gestalten statt blockieren

Wir als Gemeinde können und wollen uns dieser Entwicklung nicht entgegenstellen. Im Gegenteil: Wir sehen in der Energiewende eine große Chance für Dinkelscherben. Wenn wir aktiv planen und gestalten,

  • entstehen Gewerbesteuereinnahmen
  • fließen Pachteinnahmen, wenn Anlagen auf Gemeindegrund errichtet werden
  • erhalten Bürgerinnen und Bürger Beteiligungsmöglichkeiten
  • können lokal stabilere und günstigere Strompreise ermöglicht werden

Wenn wir diese Chancen nicht nutzen, werden andere Gemeinden sie ergreifen – und wir geraten ins Hintertreffen. Dann wird es für uns schwieriger, Infrastruktur zu finanzieren und freiwillige Leistungen aufrechtzuerhalten. Zudem besteht die Gefahr, dass externe Investoren bauen, ohne dass die Gemeinde angemessen profitiert.

Batteriespeicher und PV: konkrete Chancen vor Ort

Wir sehen konkrete Möglichkeiten für Batteriespeicher, etwa entlang der Bahnstrecke oder auf dem Gelände des ehemaligen WBS Baustahl. Solche Anlagen stabilisieren das Stromnetz und bringen zusätzliche Einnahmen. In Zusammenhang mit PV Anlagen ergeben sich hier große Möglichkeiten. Dabei möchten wir darauf achten, dass PV-Anlagen nicht auf guten Böden, sondern am besten auf Brachflächen errichtet werden. Die Errichtung von Agri-PV prüfen wir.

Windkraft

Auch zur Windkraft stehen wir klar. Uns ist bewusst, dass sie oft kritisch gesehen wird. Deshalb ist uns eine sachliche Diskussion wichtig.

Lärm und Infraschall

Zahlreiche wissenschaftliche Studien – unter anderem zusammengefasst vom Bayerischen Landesamt für Umwelt – zeigen: Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass Infraschall von Windenergieanlagen gesundheitsschädlich ist. Der Infraschall liegt deutlich unter dem von Autos oder Haushaltsgeräten und ist in etwa 1000 Metern Entfernung kaum noch messbar. Der hörbare Schall liegt in 1200 Metern Entfernung bei etwa 35 dB – das entspricht in etwa Flüstern.

Landschaftsbild

Ja, Windräder sind sichtbar. Manche empfinden sie als störend, andere als Symbol für Fortschritt. Aber auch Stromleitungen, Umspannwerke oder konventionelle Kraftwerke prägen unsere Landschaft. Wichtig ist: Wenn wir nicht selbst planen, werden Windräder trotzdem gebaut – dann aber möglicherweise von anderen Gemeinden oder Investoren, sodass wir sie sehen, aber keine Einnahmen daraus haben.

Wirtschaftlichkeit

Dinkelscherben verfügt über eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von etwa 5,8 m/s in entsprechender Höhe. Bereits ab 5,5 m/s gelten Standorte als wirtschaftlich. Eine moderne Anlage kann bei uns rund 5.300 MWh Strom pro Jahr erzeugen. Bei einem Erlös von etwa 7,3 Cent/kWh ergibt das rund 390.000 Euro Einnahmen pro Jahr. Bei Investitionskosten von ca. 4 Millionen Euro, Betriebskosten von etwa 2,5 %, amortisiert sich eine Anlage nach rund 11 Jahren – und erwirtschaftet danach über viele Jahre Gewinne. Windkraft ist also auch bei uns durchaus rentabel.

Unser Ziel: Verantwortungsvoll, transparent und gemeinsam

Für uns als SPD Dinkelscherben ist klar:

Die Energiewende kommt – die entscheidende Frage ist, ob wir sie passiv ertragen oder aktiv gestalten.

Wir setzen uns für eine Planung ein, die:

  • wirtschaftlich sinnvoll ist
  • Bürgerinnen und Bürger beteiligt
  • Rücksicht auf Mensch und Natur nimmt
  • und unsere Gemeinde langfristig stärkt

So sichern wir finanzielle Spielräume, erhalten unsere Lebensqualität und übernehmen Verantwortung – für Dinkelscherben und für die Zukunft.

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